|
Am 7. Dezember 1972 schoss der Geologe Harrison H. Schmitt ein Foto, das die Welt veränderte: Als Astronaut der Apollo-17 Mission fotografierte er als erster die „Blue Marble“ (dt. „Blaue Murmel“), den blauen Planeten Erde in der Schwärze des Alls. Dieses Bild war nicht nur bedeutsam für die aufblühende Ökobewegung oder den „Eine-Welt-Gedanken“, sondern versinnbildlicht auch eine Entwicklung in den Naturwissenschaften.
Atmosphärenforschung, Geologie, Biologie oder Ozeanografie – je größer die Fortschritte in einzelnen Fachgebieten, desto deutlicher wurde, wie eng die einzelnen Bestandteile des Systems Erde mit einander verwoben sind. Es etablierten sich damit unter Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachbereiche neue, ganzheitliche Denkansätze und Konzepte, welche die Grenzen zwischen den Naturwissenschaften immer mehr verwischen ließen und zu großen Fortschritten z.B. in der Klimaforschung führten. Dieser interdisziplinäre Forschungsansatz wird heute weithin als „Erdsystemwissenschaften“ zusammengefasst.
Diesen Ansatz verfolgt das Forschungszentrum Geocycles konsequent weiter und bindet die Kulturwissenschaften in die Erdsystemforschung ein. Neben den elementaren Fragen der Klima- und Erdsystemforschung können so erstmals auch Wechselwirkungen zwischen Erdprozessen und den menschlichen Gesellschaften erfasst werden: Wie reagieren sie auf veränderte Umweltbedingungen? Welchen Einfluss hat das Klima auf die Entwicklung des Menschen? Welchen Einfluss nimmt er auf das Klimasystem?
Diese Einbindung der Humanwissenschaften in die naturwissenschaftliche Forschung ermöglicht eine besonders hohe thematische Bandbreite. Sie ist als Konzept einmalig in Deutschland und unterscheidet Geocycles von anderen, auf Erdprozesse oder Klima spezialisierte Forschungszentren.
|
|